Linz - Podersdorf (Mittwoch, 26.8.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 32 Grad / Wind: 1 - 2 Bf.
Maria und Michael, unsere Freunde aus Berlin, reisen einen Tag früher an, als ursprünglich geplant. Wir brechen deshalb unsere Zelte in Linz vorzeitig ab und reisen bereits heute weiter nach Podersdorf am Neusiedlersee. Die attraktive Linzer Altstadt werden wir zu einem späteren Zeitpunkt besichtigen.
Einige Leser/Innen fragen sich vielleicht, warum das Wetter in unserem Reisetagebuch ein allgegenwärtiges Thema ist. Der Hauptgrund ist wohl, dass wir uns beim Reisen mit einem Reisemobil viel näher am Wettergeschehen befinden, als etwa Reisende, die in Hotels und Gasthöfen übernachten. Hinzu kommt, dass auch unser wichtigstes Sommerhobby, das Windsurfen sehr stark von der Wetterlage abhängt. So sind wir auf die Beobachtung des Wetters mehr als andere sensibilisiert.
Die erwartete Gewitterfront ist auch während der Nacht nicht eingetroffen und so startet der Tag mit viel Sonne bei 20 Grad. Unsere Fahrt über Haupt- und Nebenstrassen geht Dank "Navi" zügig vonstatten. Das "Kloster Melk" erblicken wir nur kurz beim Vorbeifahren. Wir wollen uns dieses Prachtstück ein andermal genauer anschauen.
Immer öfter treffen wir auf Fahrverbote für LKWs über 3,5 to. Ob wir auch darunter fallen? Es scheint, dass Österreichs Strassennetz nur noch den PKWs zur Verfügung steht. LKWs werden total auf das Autobahnstrassennetz verbannt, doch dieses ist begrenzt. Der Verkehr wird sozusagen stranguliert. Wohin dieser Weg wohl führen mag? Der Reisemobil-Tourismus wird auf jeden Fall in Mitleidenschaft gezogen, denn es soll inzwischen alleine in Deutschland gegen 60'000 Reisemobile über 3,5 to Gesamtgewicht geben. Würden wir uns an die vielen Verbotschilder halten, hätten wir unser Ziel Podersdorf wohl nie erreicht.
Um halb drei Uhr fahren wir durch das Tor "Camping am See" in Podersdorf. Die Dame an der Rezeption ist sehr nett und hilfsbereit, so dass wir trotz relativ vollbelegtem Campingplatz zwei schöne Parzellen für Maria, Michael und uns erhalten bzw. aussuchen können.
Das Thermometer ist inzwischen auf rekordverdächtige 32 Grad angestiegen. Hinzu kommt die relativ hohe Luftfeuchtigkeit. Es ist drückend schwül. Wir reduzieren unsere körperliche Tätigkeiten auf das Ausfahren der Sonnenmarkise und das Abladen unserer Fahrräder.
Im ADAC Campingführer wird für den Campingplatz ein WLAN angegeben. Auf unsere Nachfrage hin erfahren wir, dass das WLAN bereits nicht mehr existiert. Es wurde wegen der vielen Bäume auf dem Platz und den damit verbundenen Empfangsproblemen aufgegeben. Eine Internetecke, die ebenso hilfreich gewesen wäre, wurde leider nicht eingerichtet. Unsere Vermutung "Internet-Wüste Europa" bestätigt sich einmal mehr.
Glücklicherweise gibt es im Dorf ein paar Restaurants mit gratis Internet für Gäste. So können wir unser Reisetagebuch nach sechs Tagen Abstinenz endlich wieder aktualisieren.
In Podersdorf (Donnerstag, 27.8.2009)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 30 Grad / Wind: 1 Bf.
Das Campingleben bietet für das Reisetagebuch nicht allzu viel Gesprächsstoff, so dass wir es mit einer kurzen Bemerkung zum Wetter bewenden lassen. Heute ist es wiederum drückend heiss. Es weht kaum ein Windchen und das Thermometer steigt auf 30 Grad an. Wir geniessen das "Dolce far niente". Erst am Wochenende soll es eine Abkühlung geben.
Wir geniessen den Abendspaziergang an der Promenade von Podersdorf mit dem üblichen Sonnenuntergang über dem Neusiedlersee.

In Podersdorf (Freitag, 28.8.2009)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 30 Grad / Wind: 1 Bf.
Wir nutzen die morgendliche Frische um eine Radtour entlang des Sees nach "Illmitz" zu unternehmen. Schon nach kurzer Zeit erreichen wir einen neu errichteten Aussichtsturm mit Aussicht auf den Neusiedlersee und das Naturschutzgebiet mit den vielen kleinen und grösseren Weihern.

Ein Flugzeug versucht im Tiefflug die Vögel von den Traubenplantagen fern zu halten. Der Erfolg scheint doch eher zweifelhaft.
Neben dem Turm haben sie einen naturgerechten Unterstand mit Strohdach gebaut.
Der Cappuccino ausnahmsweise mit "Schlagobers" bei einem Café im Zentrum von "Illmitz" schmeckt ausgezeichnet.
Zurück geht's durch ausgedehnte Rebenfelder.

Zufälligerweise treffen wir auf ein Oldtimer-Rallye, welches auf der gleichen Strecke stattfindet.
Wir bestaunen die Prachtstücke aus den 60-iger und 70-iger Jahren. Michael ist begeistert.

Am Abend treffen wir am Eingang zum Campingplatz überraschenderweise auf "Seppl von der Alm", einen langjährigen Bekannten aus Graz. Wir haben uns im Gargano kennengelernt und oft auch hier am Neusiedlersee getroffen. Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen, so dass wir uns bei einem erfrischenden Trunk im Strandcafé viel zu erzählen haben.
In Podersdorf (Samstag, 29.8.2009)
Wetter: regnerisch, heiter / Temp.: 20 Grad / Wind: 5 - 7 Bf.
Eine Gewitterfront durchquert während der Nacht den Osten von Österreich. Es regnet teilweise ergiebig. Der Wind frischt mächtig auf und braust mit 5 bis 7 Beaufort aus Nordwest über den Neusiedlersee. Wie jedes Jahr um diese Zeit, findet in Podersdorf ein gut besuchter "Triatlon" statt. Um 07.30 Uhr hören wir den fernen Startschuss für den 3,8 Kilometer langen Schwimmwettbewerb. Nach den heissen Tagen der vergangenen Woche ist die relativ kühle Luft für die Sportler geradezu ideal. Das Seewasser ist mit ca. 26 Grad immer noch sehr warm. Lediglich der starke Wind beschert den Radfahrern erschwerte Bedingungen.

Nach dem Schwimmen folgen 180 km Radfahren und schliesslich das Laufen über eine Marathonstrecke von 42 Kilometern. Die Schnellsten schaffen diese entbehrungsreichen drei Disziplinen unter neun Stunden.
Nach dem Frühstück hört der Regen auf. Wir riggen unsere kleinen Segel auf und stürzen uns mit unseren kleinsten Surfbrettern in den aufgewühlten See. Wir sind beileibe nicht die Einzigen. Es tummeln sich bestimmt einige Hundert Windsurfer und Kiter vor dem Podersdorfer Strand, denn es ist Wochenende, wo auch die Einheimischen aus der Wiener Umgebung und Tschechien nach Podersdorf anreisen. Der Neusiedlersee ist eines der wenigen guten Windsurfreviere in Österreich.

Für wenigstens zwei Stunden geniessen wir den tollen Wind. Allmählich lassen unsere Kräfte nach. Die beinahe einjährige Surfabstinenz hat deutliche Spuren hinterlassen, so dass wir kaum noch den Gabelbaum halten können. Als die Verhältnisse durch einen erneuten Regenschauer ungemütlich zu werden beginnen, beendigen wir etwas vorzeitig unsere heutige Surfsession.

Die Luft hat sich inzwischen auf 18 Grad abgekühlt. Wir ziehen uns in die wohlige Wärme des Reisemobils zurück. Am Nachmittag bessert sich das Wetter zusehends wieder. Für die nächsten Tage sind wieder schönes Wetter und steigende Temperaturen vorhergesagt. Der farbenfrohe Sonnenuntergang bestätigt diese Vorhersage.
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Mittwoch, 26. August 2009
Reise nach Österreich IV (mit Elchi)
Kategorien (Labels):
Österreich
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