In Podersdorf (Sonntag, 30.8.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 24 Grad / Wind: 4 - 1 Bf.
Die Sonne scheint bereits durchs Alkovenfenster, als wir aufwachen. Es verspricht wieder ein wunderschöner Tag zu werden. Bei der morgendlichen "Nordic Walking" Runde durch die Rebfelder der Umgebung empfinden wir die sonntägliche Ruhe besonders wohltuend. Lediglich das Pfeifen der Vögel und das ferne Glockengeläut der Kirche von Podersdorf sind zu hören.
Mit dem schönen Wetter kommt leider auch die Windflaute. Gegen Mittag schläft der Wind buchstäblich ein, so dass wir heute nicht zum Surfen kommen. Wir klappern stattdessen alle drei Surfshops im Dorf ab, um zu sehen, was es für neue Sachen es auf dem Markt gibt. Für kältere Tage kaufe ich mir eine Neoprenmütze, da meine wenigen Haare inzwischen zu wenig Schutz bieten ;-)
Der heutige Sonnenuntergang ist besonders malerisch.

Die letzte Fähre aus Rust trudelt ein.
Wer ein Stativ sein Eigen nennt oder eine ruhige Hand besitzt, nutzt die Dämmerung für stimmungsvolle Aufnahmen.

Die Dorfkirche sieht zur "blauen Stunde" märchenhaft aus.
In Parndorf (Montag, 31.8.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 25 Grad / Wind: 1 Bf.
Mit unseren Velos fahren wir nach Parndorf, wo sich das grösste "Outlet Center" befindet, welches wir kennen. Hier sind dort mittlerweile 150 Designer- und andere Shops unter einem Dach versammelt. Die meisten Besucher reisen allerdings nicht mit dem Fahrrad an, sondern mit dem Auto. Dafür stehen 3000 gratis Parkplätze bereit. Für Velofahrer existiert leider nur ein einziger Fahrradständer für 4 Velos.
Von Podersdorf aus fahren wir über den gut ausgeschilderten Fahrradweg, via Weiden am See, Neusiedl am See bis nach Parndorf.

Die Umgebung um den Neusiedlersee verfügt über ein dichtes, hervorragend ausgebautes Radwegnetz, welches einerseits um den ganzen See, andererseits die umliegenden Dörfer verbindet. Rebberge, Naturschutzgebiete und malerische Dörfer wechseln sich ab.
Die Österreicher machen mit den alternativen Energieerzeugung vorwärts und haben seit unserem letzten Besuche vor sechs Jahren etliche Windfarmen zur Stromerzeugung aufgebaut. Bei uns in der Schweiz werden solche Projekte regelmässig von den Grünen und vom Heimatschutz torpediert.

Das "Designer Outlet Parndorf" ist in einem nostalgischen, farbenfrohen Stil erstellt.

Die mit viel Geschmack gestalteten Innenhöfe laden zum Verweilen ein.

Hinter dem ursprünglichen Baukomplex wurde inzwischen ein moderner Erweiterungsbau erstellt, der überhaupt nicht zum bisherigen Teil passt, ein echter Stilbruch eben.
Das nüchterne Gebäude ist nicht gerade einladend und deshalb auch weniger gut besucht.
Vor allem die Restaurationsbetriebe werden diese relativ ungemütliche Atmosphäre besonders spüren. Das eine der beiden Restaurants ist praktisch leer. Wir lassen uns in einem der gemütlichen Cafés im nostalgischen Teil nieder und geniessen den Cappuccino.
Anschliessend schlendern wir durch die Laden-Arkaden, wo sich ein Designer-Shop an den nächsten reiht.

Auch "Crocs" mit seinen farbigen Kunststoffschuhen ist hier vertreten.
Der Ausflug nach Parndorf hat sich gelohnt, auch wenn wir diesmal nicht allzu viel gekauft haben. Trotz leichtem Gegenwind sind wir nach einer Stunde Radfahren wieder in Podersdorf. Das schreit nach einer Belohnung: Der Kaiserschmarren beim "Seewirt" schmeckt ausgezeichnet :-)
In Podersdorf (Dienstag, 1.9.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 27 Grad / Wind: 3 - 4 Bf.
Endlich wieder mal Wind. Dieses Jahr werden wir nicht gerade verwöhnt und freuen uns selbst bei ablandigem und böigen Wind aufs Windsurfen. Bei solchen Windbedingungen zu Surfen ist allerdings anstrengend und macht längst nicht so viel Spass, wie "sideshore wind".
Nach zwei Stunden Surfen haben wir denn auch genug. Auf unserer Wäscheleine machen sich Libellen breit. Trotz Wind fühlen sie sich dort scheinbar wohl.

Der Tag verabschiedet sich wiederum mit einem traumhaft schönen Sonnenuntergang.

Radtour Podersdorf – Rust – Mörbisch – Illmitz – Podersdorf (Mittwoch, 2.9.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 27 Grad / Wind: 1 - 2 Bf.
Da es heute nur wenig Wind geben soll, entschliessen wir uns für eine Radtour um Teile des Neusiedlersees. Die Fähre fährt um 10.00 Uhr ab Podersdorf und bringt uns mit den Fahrrädern direkt nach Rust auf der anderen Seite des Sees.
Klaus und Hannelore haben sich uns angeschlossen und so sind wir also zu sechst. Die flachen Fährschiffe haben kaum Tiefgang, damit sie auch bei niedrigem Wasserstand nicht auflaufen. Dieses Jahr liegt dieser zwar sehr hoch. Wir hatten aber auch schon Jahre, wo der Steppensee mindestens einen Meter tiefer lag und die Schiffe vorsichtig den Fahrrinnen entlang fahren mussten.

Die Überfahrt dauert fast eine Stunde. Möwen begleiten uns den ganzen Weg.

Entlang des schilfbewachsenen Ufers gibt es zahlreiche Ferienhäuser, die nur mit Schiff erreichbar sind. Da diese Bauweise inzwischen nicht mehr erlaubt ist, sind die Preise dafür in die Höhe geschnellt. Mittlerweile bezahlt man dafür horrende Preise in der Grössenordnung von 100'000 bis 150'000 Euro.
Wir fahren im Hafen von Rust ein.
Das verträumte Rust mit dem grosszügigen Dorfplatz und den wunderschönen Gassen ist wirklich sehenswert.


Es gibt auch viele gemütliche Ecken mit Restaurants und Cafés.

Auf den Kaminen haben Störche ihre Nester gebaut.
Mit leichtem Rückenwind geht es weiter nach Mörbisch, wo wir zu Mittag essen. Mörbisch ist für seine Seefestspiele mit einer Seebühne bekannt, aber auch für die malerischen Seitengassen, die mit viel Liebe gepflegt werden.


Die Fähre nach Illmitz fährt jede halbe Stunde.
Der Weg aus dem Schilfgürtel ist teilweise sehr schmal.

Nach einer halben Stunde laufen wir bereits im Hafen von Illmitz ein.
Nach einen Café mit Eis nehmen wir die Strecke zurück nach Podersdorf unter die Räder. Ein leichter Gegenwind bremst ein wenig unsere flotte Fahrweise.
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Sonntag, 30. August 2009
Reise nach Österreich V (mit Elchi)
Mittwoch, 26. August 2009
Reise nach Österreich IV (mit Elchi)
Linz - Podersdorf (Mittwoch, 26.8.2009)
Wetter: sehr schön / Temp.: 32 Grad / Wind: 1 - 2 Bf.
Maria und Michael, unsere Freunde aus Berlin, reisen einen Tag früher an, als ursprünglich geplant. Wir brechen deshalb unsere Zelte in Linz vorzeitig ab und reisen bereits heute weiter nach Podersdorf am Neusiedlersee. Die attraktive Linzer Altstadt werden wir zu einem späteren Zeitpunkt besichtigen.
Einige Leser/Innen fragen sich vielleicht, warum das Wetter in unserem Reisetagebuch ein allgegenwärtiges Thema ist. Der Hauptgrund ist wohl, dass wir uns beim Reisen mit einem Reisemobil viel näher am Wettergeschehen befinden, als etwa Reisende, die in Hotels und Gasthöfen übernachten. Hinzu kommt, dass auch unser wichtigstes Sommerhobby, das Windsurfen sehr stark von der Wetterlage abhängt. So sind wir auf die Beobachtung des Wetters mehr als andere sensibilisiert.
Die erwartete Gewitterfront ist auch während der Nacht nicht eingetroffen und so startet der Tag mit viel Sonne bei 20 Grad. Unsere Fahrt über Haupt- und Nebenstrassen geht Dank "Navi" zügig vonstatten. Das "Kloster Melk" erblicken wir nur kurz beim Vorbeifahren. Wir wollen uns dieses Prachtstück ein andermal genauer anschauen.
Immer öfter treffen wir auf Fahrverbote für LKWs über 3,5 to. Ob wir auch darunter fallen? Es scheint, dass Österreichs Strassennetz nur noch den PKWs zur Verfügung steht. LKWs werden total auf das Autobahnstrassennetz verbannt, doch dieses ist begrenzt. Der Verkehr wird sozusagen stranguliert. Wohin dieser Weg wohl führen mag? Der Reisemobil-Tourismus wird auf jeden Fall in Mitleidenschaft gezogen, denn es soll inzwischen alleine in Deutschland gegen 60'000 Reisemobile über 3,5 to Gesamtgewicht geben. Würden wir uns an die vielen Verbotschilder halten, hätten wir unser Ziel Podersdorf wohl nie erreicht.
Um halb drei Uhr fahren wir durch das Tor "Camping am See" in Podersdorf. Die Dame an der Rezeption ist sehr nett und hilfsbereit, so dass wir trotz relativ vollbelegtem Campingplatz zwei schöne Parzellen für Maria, Michael und uns erhalten bzw. aussuchen können.
Das Thermometer ist inzwischen auf rekordverdächtige 32 Grad angestiegen. Hinzu kommt die relativ hohe Luftfeuchtigkeit. Es ist drückend schwül. Wir reduzieren unsere körperliche Tätigkeiten auf das Ausfahren der Sonnenmarkise und das Abladen unserer Fahrräder.
Im ADAC Campingführer wird für den Campingplatz ein WLAN angegeben. Auf unsere Nachfrage hin erfahren wir, dass das WLAN bereits nicht mehr existiert. Es wurde wegen der vielen Bäume auf dem Platz und den damit verbundenen Empfangsproblemen aufgegeben. Eine Internetecke, die ebenso hilfreich gewesen wäre, wurde leider nicht eingerichtet. Unsere Vermutung "Internet-Wüste Europa" bestätigt sich einmal mehr.
Glücklicherweise gibt es im Dorf ein paar Restaurants mit gratis Internet für Gäste. So können wir unser Reisetagebuch nach sechs Tagen Abstinenz endlich wieder aktualisieren.
In Podersdorf (Donnerstag, 27.8.2009)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 30 Grad / Wind: 1 Bf.
Das Campingleben bietet für das Reisetagebuch nicht allzu viel Gesprächsstoff, so dass wir es mit einer kurzen Bemerkung zum Wetter bewenden lassen. Heute ist es wiederum drückend heiss. Es weht kaum ein Windchen und das Thermometer steigt auf 30 Grad an. Wir geniessen das "Dolce far niente". Erst am Wochenende soll es eine Abkühlung geben.
Wir geniessen den Abendspaziergang an der Promenade von Podersdorf mit dem üblichen Sonnenuntergang über dem Neusiedlersee.

In Podersdorf (Freitag, 28.8.2009)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 30 Grad / Wind: 1 Bf.
Wir nutzen die morgendliche Frische um eine Radtour entlang des Sees nach "Illmitz" zu unternehmen. Schon nach kurzer Zeit erreichen wir einen neu errichteten Aussichtsturm mit Aussicht auf den Neusiedlersee und das Naturschutzgebiet mit den vielen kleinen und grösseren Weihern.

Ein Flugzeug versucht im Tiefflug die Vögel von den Traubenplantagen fern zu halten. Der Erfolg scheint doch eher zweifelhaft.
Neben dem Turm haben sie einen naturgerechten Unterstand mit Strohdach gebaut.
Der Cappuccino ausnahmsweise mit "Schlagobers" bei einem Café im Zentrum von "Illmitz" schmeckt ausgezeichnet.
Zurück geht's durch ausgedehnte Rebenfelder.

Zufälligerweise treffen wir auf ein Oldtimer-Rallye, welches auf der gleichen Strecke stattfindet.
Wir bestaunen die Prachtstücke aus den 60-iger und 70-iger Jahren. Michael ist begeistert.

Am Abend treffen wir am Eingang zum Campingplatz überraschenderweise auf "Seppl von der Alm", einen langjährigen Bekannten aus Graz. Wir haben uns im Gargano kennengelernt und oft auch hier am Neusiedlersee getroffen. Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen, so dass wir uns bei einem erfrischenden Trunk im Strandcafé viel zu erzählen haben.
In Podersdorf (Samstag, 29.8.2009)
Wetter: regnerisch, heiter / Temp.: 20 Grad / Wind: 5 - 7 Bf.
Eine Gewitterfront durchquert während der Nacht den Osten von Österreich. Es regnet teilweise ergiebig. Der Wind frischt mächtig auf und braust mit 5 bis 7 Beaufort aus Nordwest über den Neusiedlersee. Wie jedes Jahr um diese Zeit, findet in Podersdorf ein gut besuchter "Triatlon" statt. Um 07.30 Uhr hören wir den fernen Startschuss für den 3,8 Kilometer langen Schwimmwettbewerb. Nach den heissen Tagen der vergangenen Woche ist die relativ kühle Luft für die Sportler geradezu ideal. Das Seewasser ist mit ca. 26 Grad immer noch sehr warm. Lediglich der starke Wind beschert den Radfahrern erschwerte Bedingungen.

Nach dem Schwimmen folgen 180 km Radfahren und schliesslich das Laufen über eine Marathonstrecke von 42 Kilometern. Die Schnellsten schaffen diese entbehrungsreichen drei Disziplinen unter neun Stunden.
Nach dem Frühstück hört der Regen auf. Wir riggen unsere kleinen Segel auf und stürzen uns mit unseren kleinsten Surfbrettern in den aufgewühlten See. Wir sind beileibe nicht die Einzigen. Es tummeln sich bestimmt einige Hundert Windsurfer und Kiter vor dem Podersdorfer Strand, denn es ist Wochenende, wo auch die Einheimischen aus der Wiener Umgebung und Tschechien nach Podersdorf anreisen. Der Neusiedlersee ist eines der wenigen guten Windsurfreviere in Österreich.

Für wenigstens zwei Stunden geniessen wir den tollen Wind. Allmählich lassen unsere Kräfte nach. Die beinahe einjährige Surfabstinenz hat deutliche Spuren hinterlassen, so dass wir kaum noch den Gabelbaum halten können. Als die Verhältnisse durch einen erneuten Regenschauer ungemütlich zu werden beginnen, beendigen wir etwas vorzeitig unsere heutige Surfsession.

Die Luft hat sich inzwischen auf 18 Grad abgekühlt. Wir ziehen uns in die wohlige Wärme des Reisemobils zurück. Am Nachmittag bessert sich das Wetter zusehends wieder. Für die nächsten Tage sind wieder schönes Wetter und steigende Temperaturen vorhergesagt. Der farbenfrohe Sonnenuntergang bestätigt diese Vorhersage.
Wichtig: Mittlerweile verfügen wir über sechs unabhängige Reisetagebücher. In der Navigationsleiste (rechts) unter der Rubrik "Impressum" kann jedes der Reisetagebücher direkt erreicht werden. Zusätzlich zum aktuellen sind gegenwärtig folgende Reisetagebücher verfügbar:
- Reisetagebuch 1 (Europa-Reisen 2007)
- Reisetagebuch 2 (Europa-Reisen 2008)
- Reisetagebuch 3 (Asien-/Australien-Reise 2008/2009)
- Reisetagebuch 5 (Europa-Reisen 2010)
- Reisetagebuch 6 (Europa-Reisen 2011)
- Reisetagebuch 7 (Neuseeland-/Australien-Reise 2011/2012)
